Als die Sängerin, Songwriterin und Musikerin Avril Lavigne im Alter von 17 Jahren erstmals auf der Bildfläche erschien, machte sich die Kanadierin im Nu als junger, Punk-Pop-Wildfang einen Namen, der den Musikfans weltweit mit kraftvoller Stimme, tollen Melodien und straighten Texten in seinen Bann zog. Die Entscheidung, sich dabei selbst treu zu bleiben und der Musik stets den Vorzug vor strategischer Image-Pflege zu geben, zahlte sich schnell aus: sowohl bei den Musik-Kritikern als auch in kommerzieller Hinsicht. 2002 machte sie ihr Debütalbum “Let Go” sofort zum internationalen Shootingstar: alleine in den USA erreichte der Longplayer 6-fach-Platin. Auch die beiden folgenden Alben “Under My Skin” (2004) und “The Best Damn Thing” (2007) verkauften sich mehrere Millionen Mal. Darüber hinaus gelang Avril eine Serie von weltweiten Top-Hits – von“Complicated”, über “Sk8er Boi”, “I’m With You”, “Losing Grip”, “Don’t Tell Me”, “My Happy Ending”, “Nobody’s Home”, “Keep Holding On”, “Girlfriend”, “When You’re Gone” und “Hot” bis zu“The Best Damn Thing”. Sie wurde acht Mal für den Grammy nominiert, in ihrer Heimat mit sieben Juno Awards ausgezeichnet und verkaufte in den vergangenen acht Jahren mehr als dreißig Millionen Alben und zwanzig Millionen Singles bzw. Songs weltweit.

So ganz nebenbei machte sie aber auch auf anderen Gebieten Karriere: neben ihrer eigenen Mode- und Lifestyle-Marke “Abbey Dawn” und den beiden Düften “Black Star” und “Forbidden Rose” unternahm sie einige Ausflüge ins Filmgenre (“Ab durch die Hecke”, “Fast Food Nation”) und engagierte sich für karitative Zwecke. U.a. rief sie die “Avril Lavigne Foundation” ins Leben, die in Zusammenarbeit mit führenden Wohltätigkeits-Organisationen Programme entwickelt und durchführt, die auf die Probleme und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit schweren Erkrankungen und Behinderungen aufmerksam machen und Hilfe organisiert.

Angesichts ihrer vielfältigen kreativen Aktivitäten und beeindruckenden musikalischen Erfolgen muss man sich stets vor Augen halten, dass Avril Lavigne gerade einmal 26 Jahre alt ist. Im Vergleich zu Veteranen des Rock- und Pop-Genres mag das blutjung sein, doch seit der Veröffentlichung von “The Best Damn Thing” hat die Musikerin in den vergangenen Jahren einen beachtlichen persönlichen und musikalischen Reifeprozess vollzogen. Diese Reife prägt auch ihre neue Veröffentlichung – das vierte Album “Goodbye Lullaby”, das im März 2011 erscheinen wird.

“Ich trieb mich immer wieder selbst an und habe nichts zurückgehalten”, sagt Lavigne über das neue Album. Bei jedem der Songs war sie alleine oder als Co-Autorin für das Songwriting verantwortlich, zwei der Stücke schrieb und produzierte sie im Alleingang: “4 Real” und “Goodbye”. “Ich habe mir gestattet, meine verletzliche Seite zu zeigen. Ich denke, dass die Menschen in diesen ‚echten Momenten‘ am besten einen Bezug zu meiner Musik aufbauen können. Diejenigen, die das Album bereits gehört haben, reagierten sehr emotional auf die Songs. Da wurde mir bewusst, wie sehr es die Menschen berührt, wenn etwas echt ist. Das wunderbare an Musik ist doch, dass sie offen für jedwede Interpretation ist.”

“Goodbye Lullaby” entstand in verschiedenen Phasen in den vergangenen Jahren und enthält tief empfundene Songs, die eine große Bandbreite von Emotionen abdecken und in ihrer Gesamtheit eine bittersüße Stimmung schaffen, wie man sie von Avril Lavignes Alben bislang noch nicht kannte. Abgesehen von der hymnischen Punkpop-Single “What The Hell” und dem Song “Smile”, die eine perfekte Verbindung zu ihren früheren Veröffentlichungen schlagen, zeigt Avril Lavigne, was es bedeutet, harte Zeiten durchzumachen, aus denen man letzten Ende gestärkt hervor geht. Ein Thema, das u.a. in den Songs “Everybody Hurts”, “Push”, “Remember When” und “Wish You Were Here” auftaucht.

“Das Album handelt durchweg davon, wie wir alle schwierige Erfahrungen durchmachen, sei es das Ende einer Beziehung, der Verlust des Arbeitsplatzes oder schlichtweg, jemanden zu vermissen”, erklärt sie, “wir kommen darüber hinweg und wir wachsen daran.” Nirgends kommt dieses Gefühl besser zum Ausdruck als bei “Goodbye”, einer filigranen Ballade mit Klavier und Streichern, die das Album beschließt. “‘Goodbye‘ ist das ungefilterste und verletztlichste Stück, das ich in meiner Karriere geschrieben und aufgenommen habe”, sagt Lavigne, “es ist für mich ein ganz besonderer Song, weil ich es selbst geschrieben und aufgenommen habe. Er ist so echt und wahrhaftig. Das kann man nicht faken.” Die inhaltlichen Intensität von “Goodbye Lullaby” findet seine musikalische Entsprechung in der Instrumentierung der Songs: heitere, üppige Arrangements mit Akustik-Gitarre und Klavier, aber auch mit Orchesterbegleitung – wie bei “Darlin‘”, “Remember When” und “Goodbye”. Doch bei allen Songs, ob die ungestümen Popstücke oder die sanften Balladen – immer steht Avrils Stimme im Fokus, die stets in der Lage ist, jene Emotionen zum Ausdruck zu bringen, die die Texte erfordern.

“Das Album zeigt mich als Sängerin, Songschreiberin und Musikerin”, erklärt sie. “Typischerweise werden die Lead-Vocals oft überdeckt und man kann ab einem bestimmten Grad die Qualität, den Charakter und die Emotionen nicht mehr wirklich erkennen. Mir war es wichtig, dass meine Stimme mein Hauptinstrument ist. Das zwang mich dazu, alles zu geben. Ich mag es natürlich immer noch, richtig zu rocken, aber ich wollte, dass dieses Album eine andere Seite von mir zeigt. Deshalb habe ich einige Songs selbst produziert. An so etwas hätte ich früher nie gedacht.”

Für die Produktionen der übrigen Albumtracks wandte sich Avril Lavigne an ihre langjährigen Freunde und musikalischen Partner Evan Taubenfeld und Butch Walker, sowie Max Martin. Einen wichtigen Einfluss hatte auch Sum 41-Frontmann Deryck Whibley, der bei einigen Stücken die Rolle des Produzenten übernahm, so z.B. bei “Darlin” – ein Song, den Lavigne im Alter von 14 Jahren schrieb. “Jedes Mal, wenn ich ‚Darlin’ höre, muss ich an das Wohnzimmer denken, in dem ich ihn geschrieben und meiner Mutter vorgespielt habe”, sagt sie. “Es ist für mich also etwas ganz besonderes, ihn auf meinem Album zu haben.”

Avril Lavigne stammt aus der Kleinstadt Napanee, Ontario. Schon lange vor ihrem Breakthrough-Album “Let Go”, das u.a. die Hits “Complicated” und “Sk8r Boi” hervorbrachte und sich weltweit mehr als 16 Millionen Mal verkaufte, schrieb sie Songs und gab Konzerte. Ihr zweites Album “Under My Skin” erschien 2004, platzierte sich sofort an der Spitze der US Billboard Charts und verkaufte u.a. dank der internationalen Hitsingles “Don’t Tell Me” und “My Happy Ending” mehr als acht Millionen Mal. Vier Jahre später folgte “The Best Damn Thing”, auf dem sich u.a. die Nummer-Eins-Single “Girlfriend” befand, der Lavignes größter Hit wurde. Es war mit mehr als 7,3 Millionen Tracks der meistverkaufte Download des Jahres 2007 in den USA – und das in acht verschiedenen Sprachen. Neben dem englischen Original hatte Avril das Lied auch auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Portugiesisch, Spanisch und Mandarin eingesungen. “The Best Damn Thing” enthielt darüber hinaus auch die epische Ballade “Keep Holding On”, die Lavigne für den Fantasy-Abenteuer-Film “Eragon” geschrieben hatte. Ihre Songs tauchten auch auf zahlreichen weiteren Film-Soundtracks auf, darunter “Sweet Home Alabama” (“Sweet Home Alabama – Liebe auf Umwegen”), “Bruce Almighty” (“Bruce Allmächtig”), “Legally Blonde 2” (“Natürlich Blond 2”), “The Princess Diaries 2” (“Plötzlich Prinzessin 2”) und “The House Bunny”.

Im vergangenen Jahr schrieb Avril Lavigne den Song “Alice” für Tim Burtons Verfilmung des Kinderbuch-Klassikers “Alice im Wunderland”, der zu den Highlights des Compilation-Albums “Almost Alice” zählte. Im Video, das von David Meyers inszeniert wurde, findet sich Avril höchstselbst im berühmten Kaninchenbau wieder, wo sie ihr ganz eigines Abenteuer zu bestehen hat. Darüber hinaus entwarf sie zum Filmstart einige “Alice in Wonderland”-Stücke für ihr Modelabel Abbey Dawn.

Alles in allem waren es turbulente Karriere-Jahre, auf die Avril 2011 zurückblicken kann. Worauf sie sich im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von “Goodbye Lullaby” nun am allermeisten freut, ist die Aussicht, endlich wieder auf Tour zu gehen, und vor ihren Fans auf der ganzen Welt zu spielen. “Meine Fans sind unglaublich”, sagt sie, “sie sind extrem engagiert und hilfsbereit – solche Fans, die immer am Ball bleiben. Es war eine unglaubliche Erfahrung, sie nach den Konzerten zu treffen oder ihre Briefe zu lesen, denn die Dinge, die sie mir mitteilen, sind sehr persönlich. Es gab Menschen, die auf mich zukamen, zu weinen anfingen und sagten: ‚Du kannst dir nicht vorstellen, wie mir deine Musik geholfen hat‘. Mehr braucht man mir wirklich nicht zu sagen. Wenn ich auch nur einer Person durch meine Musik Stärke geben konnte, dann ist das schon VERDAMMT großartig.”